Ranger la Patrie! Das Pukyversum ist endlich…

Neulich … (im Frühjahr)

 

schaute ich mir Kind 1.10 an und dachte so für mich: „Ich habe doch quasi gestern erst das Velotraum K2 gebaut!“ Da ich bekanntermaßen kein Anhänger des „früher war alles besser!“-Klagens bin, habe ich noch einmal nachgeschaut, es war Januar 2015, daß wir das Rad fertiggestellt hatten. Noch passte es, aber das Ende war klar absehrbar, da musste also früher oder später was Neues her. Durch Zufall kam etwas des Weges gelaufen und rief: „Nimm mich!“

Basis: Ein Patria „Ranger“, 26″, 45 cm RH, ca. 55-56 cm ORL, BJ etwa 2003, gebraucht gekauft von einer Dame vom Land mit fortschreitender Hüftathrose (die daher nicht mehr Diamantrahmen fahren kann, was sie unglaublich nervt). Nicht supermegabillig, aber günstig.
Ziel: Jedentagrad, das auch ein bisschen Spaß macht
Aufgabe: Umbau auf die Ergonomie von Kindern um die 10 Jahre (qua Größe eher 12 Jahre…ganz der Papa)

Die Ausgangbasis ist so schon einmal nicht schlecht. Ein paar kleinere Lackmacken sind unkritisch, zumal die Farbe „Melonengelb“ ( =RAL1028 ) im Haus vorhanden ist, das Velotraum K1 hat dieselbe Farbe. Was wollen wir damit wie machen?
Eine gute Frage über die ich länger nachdenken musste. Zuerst einmal lies ich die Waage sprechen: 17,5 kg ohne Schloß. PENG! Nee klar, die P&P (Pevers und Potthässlich) Standard-CrMo-Rohre die Patria verwendet, sind recht dickwandig und sicher kein Leichtbau, aber die Zahl kommt nicht (allein) daher, schon gar nicht bei der Größe!
Im Fokus waren schnell ein paar Verdächtige: Der verstellbare Vorbau, der Zweibeinständer, Sattel und Sattelstütze, Gepäckträger und nicht zu vergessen die Marathon-Plus Reifen. Weniger kritisch, die Deore 525er-Schaltung, der Renak Enparlite-2 Dynamo, die 2 mm-Speichen. Irgendwo dazwischen: Die Xplorer-Felgen (damals Alesa, heute Ryde), die Magura HS11-Bremsen, die aber bleiben sollen.

Ein wenig verblichen, aber im Wesentlichen ist der Lack noch drauf und in Ordnung

Erst einmal klein anfangen,
mit einem Kalloy Uno-Vorbau, ca. 90 mm, zu Anfang müssen wir eher etwas kürzer halten. Der Sattel muss sowieso gegen ein Junior-Modell von SDG getauscht werden und schon sind wir bei 16,6 kg, da ist die leichtere Kalloy SP-248 Sattelstütze noch gar nicht montiert. Als nächstes folgen die Reifen. Zum Vergleich habe ich mal meine 26er Marathon Mondial (ebenfalls 50 mm breit) auf die Waage gelegt: 770 Gramm/St. Nicht leicht, aber OK (zumal die Tragfähigkeit sehr hoch ist). Der Marathon Plus in 50 mm: 1100 Gramm! Pro Stück!!! Da kann ich ja gleich auf „Vollgummitubeless“ umsteigen! Hier werden die 42er Marathon Supreme vom Randonneur zum Einsatz kommen. Macht wiederum 650 Gramm weniger, pro Stück (!).
Da das Rad viel draußen stehen wird für die Alltagswege Schule, Musikschule, Judo, etc. kommen diesmal Titanschrauben zum Einsatz.

Der ursprüngliche Antrieb, nicht schlecht, aber die Kurbel zu lang, 3fach ist ein wenig übertrieben und die Kassette ging von 11-26…

 

Ein paar Wochen später…

und um ein paar Irrtümer reicher, sind wir nahezu fertig geworden.
Zunächst funktionierte der Dynamo von Renak (Enparlite 2) wunderbar, lediglich das Kabel musste getauscht werden. Am Tag X allerdings, als der neue Scheinwerfer ans Rad kam, fiel er komplett aus, kein Saft nirgends…und jetzt?

Scheinwerfer dran, Licht aus.

Ähnliche Überraschung zunächst bei den Evo2-Gestellen von Magura. Man kann diese als scheinbare Komplettsets kaufen. Scheinbar, weil der Spannhebel fehlt und keine Gewinde eingedreht sind. Die Hebel konnte ich ja noch von den alten Evo-Adaptern nehmen, aber die Gewinde hat letztlich der Freundliche um die Ecke reingedreht.

Bewährte Kombi: Sugino XD2 in 165 mm Länge mit 3fach-Bestückung, wobei das 3. Blatt von einem Bashguard ersetzt wird. Übersetzung: 26/42

Kinderspezifisch war (wie bisher immer, aber wohl diesmal zuletzt) die Kurbel, da wurde auf die bewährte Kombi aus Sugino XD2-Kurbel, Token-Vierkantlager und Gebhardt Kettenblättern und Bashguard zurückgegriffen.

Es handelt sich also um eine 3fach-Kurbel, wobei das 3. Blatt vom Bashguard ersetzt wurde. Und ja, den gab es praktisch gar nicht in Silber, also habe ich ihn in Schwarz genommen, schaut nicht einmal komplett furchtbar aus… Als Pedale kamen die Xpedo Spry zum Einsatz, weil leicht und große Aufstellfläche, Kind lebt mit Größe 41 auf großem Fuß…

Aus der Nähe: Weniger als 200 Gramm Zahnkranz in 11-32

Beim Zahnkranz und HR habe ich länger überlegt. Klar, der 9fach Kranz von 11-26 Z war nicht der Bringer, aber die Nabe läuft noch gut, die Felgenflanke hat genug Stärke – also blieb es drin. Ich wollte aber trotzdem etwas Gewicht loswerden, also wurde es der sündteure XG-1099 Zahnkranz von SRAM. Den habe ich auch am Randonneur und ist echt ein Ding! Der Preis aber auch!!!

Den kaum benutzten Tacho (Sigma BC 400, KM-Stand unter 2000) nutzen wir weiter, die Ergons kamen von der Restrampe ohne Schrauben für 5 Euro (!), die X0-Gripshifts (2×10) habe ich 2te Hand erstanden und mit neuen Gummis versehen, was erstaunlich einfach zu machen war. Die HS11-Maguras blieben ja dran und fertig war das Cockpit. Nur eine neue Lenkstange von Kalloy mit 520 mm Breite kam noch hinzu und die Cateye Comet-Klingel.

Blick auf ein grundrenoviertes Cockpit

Da das Licht plötzlich ausblieb, doch ein neues VR mit neuem Dynamo. Ein PV-8 von Shutter Precision mit Exal ZX19-Felge, gekauft bei Kurbelix. Ich bin mal gespannt, wie sich das macht. Auf den ersten Blick sieht das solide aus. Schnellspanner vorne und hinten sind von KCNC.

Ein SP-PV8 mit Exal ZX19-Felge und KCNC-Schnellspannern

Während vorne ein SRAM „Force“ 2/10-Umwerfer seinen bekannt hervorrangenden Dienst tut, ist hinten ein SRAM X0 Typ 2.1 zum Einsatz gekommen. Ein bekannt geiles Teil, 2te Hand, wenig gefahren, einmal gesäubert und läuft erste Sahne. Der Gepäckträger ist ein Tubus Cargo, der deutlich leichter ist als der Noname-Aluträger der vorher dran war. Ein B&M Toplight sorgt für das Licht nach hinten, die OEM-Schutzbleche von SKS blieben dran, ergänzt mit Spoilern.

Antrieb hinten mit X0-Schaltwerk, PC1051-Kette und Tubus Cargo

Fast fertig. Da fehlt noch das Titanblech, um das Schloß am Unterrohr anzubringen. Fahren kann man damit aber schon und tut man auch mit großer Freude und dickem Grinsen. Optional gibt es vorne dran noch einen Tubus Tara bei längeren Touren. Gewünscht wird noch eine Aufklebefolie mit Leopardenmuster, da muss ich mich noch einmal dransetzen.

Reisegerüstet für eine Sommertour mit angefertigter Schloßhalterung und Tubus Tara Frontträger

 

Gewicht: 13,9 kg. Nicht sensationell, aber keineswegs schlecht. Potenzial liegt noch im LRS, aber das gehe ich dieses Jahr wohl nicht mehr an.

p.s.: Nervigstes Detail war das Lichtkabel. Erst ein neues Kabel nach hinten durch den Rahmen verlegt, nur um es dann beim Einbau vom Innenlager zu beschädigen. Habe ich dann aber erst am Schluß gemerkt und dann ein Kabel außen verlegt. Mal sehen, ob ich mich im Winter dazu motivieren kann.

Im Sommeroutfit, noch ohne Schloßhalterung am Unterrohr, mit den Marathon Supreme in 42-559. Seit Ende Oktober sind dort Conti Top Contact Winter II in 50-559 aufgezogen

 

Anbei mal die Teileliste, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

-Rahmen & Gabel
Patria P&P CrMo, 45 cm RH
OEM-Steuersatz, 1″, Gewinde

-Räder
VR: SP PV-8 Nady, Sapim-Speichen, Exal ZX19-Felge
HR: Deore 525-Nabe, Sapim-Speichen, Ryde X-Plorer Felge, SRAM XG-1099 Kassette, 11-32
Reifen: Schwalbe Marathon Supreme, 42-559
Schlauch: Schwalbe
Felgenband: Schwalbe
Schnellspanner: KCNC Titan
Reflektoren: Büchel 3M

-Sattel: SDG Junior
-Sattelhaube: Vaude
-Sattelstütze: Kalloy SP248, 400 mm
-Vorbau: Kalloy UNO, 90 mm, 17°
-Lenker: Kalloy UNO, 25,4 mmx520 mm
-Lenkergriffe: Ergon GP3, Größe S
-Schaltgriffe: SRAM X0 Gripshift, 2×10
-Bremsgriffe: Magura HS11, BJ 2003
-Klingel: Cateye Comet
-Tacho: Sigma BC200

-Schaltzüge: SRAM Slickwire
-Flaschenhalter: Profile Design Kage
-Schutzbleche: SKS OEM, 60 mm plus Spoiler vorne und hinten
-Gepäckträger: Tubus Cargo
-Rücklicht: B&M Toplight
-Frontlicht: B&M Cyo, 80 Lux

-Bremsen: Magura HS11, BJ 2003, aufgerüstet mit EVO2-Gestellen
-Schaltwerk: SRAM X0, Longcage, Typ 2.1, 10fach
-Umwerfer: SRAM Force, 2×10
-Kurbel: Sugino XD2, 3fach, 165 mm
-Kettenblätter: Gebhardt, 26/42 Z, LK 74/110 mm, plus Bashguard
-Innenlager: Token Vierkant, 118 mm, CrMo-Welle
-Kette: SRAM PC-1051
-Pedale: Xpedo Spry
-Parkstütze: Hebie AX618

Alle Normschrauben wurden gegen Titanschrauben getauscht.

 

 

 

Der wirklich allerletzte Nachtrag:

viele Teile an dem Rad sind keine Neuteile, sondern 2te Hand. Das Rad haben wir komplett mit einer 525er Deore-Austattung vom Erstbesitzer bekommen. Die SRAM-Schaltung ist gebraucht, nur Kette, Zahnkranz und Schaltgriffgummis und Züge sind neu. Bei der Bremse sind nur die EVO2-Gestelle mit Brakeboostern dazu gekommen. Das VR ist neu, das HR nicht, Kurbel und Innenlager mussten neu wegen Alter und Abmessungen, Sattel wegen Passform und Lenker/Vorbau wegen Ergonomie auch. Licht ist neu, Gepäckträger ist 2te Hand.

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