Winterfazit

Demnächst ist ja schon wieder Sommer. Mental zumindest. Da kann man ja jetzt ein wenig Bilanz ziehen vom Winter, der praktisch durchgeradelt wurde.

Was hilft

-Winterschuhe. Waren die beste Entscheidung der letzten Jahre. Warm (ging hier runter bis -5° C), regendicht, reflektierend, bequem. Nur das Preisschild schmerzt ein wenig. Sehen nach der Saison ein wenig mitgenommen aus, aber sind noch in sehr gutem Zustand. Bestätigt meine positiven Vorurteile Specialized gegenüber: Keine Billigheimer, aber die wissen was sie tun. Für alle die es sich fragen: Laufen geht damit sehr gut, auch länger, aber rennen sollte man damit eher nicht, schon gar nicht auf glitschigem Granit.

©MF, wichtiges Detail: Die Schuhplatten bilden keine Kälte-/Feuchtebrücke, darüber sitzt nochmals eine Isolationsschicht

©MF, Reflektoren funktionieren tadellos

 

-Merinosocken. Gerne auch etwas länger und dicker. Besorge ich mir gerne im Ausverkauf über den Sommer.

-schnelltrocknende Hose. Hier ist es eine Schöffel Wallace II, also eine Wintertrekkinghose. Darunter eine gepolsterte Radlershorts von Sugoi. Wichtig, weil eine nasse Jeans ewig zum trocknen braucht, die Schöffel ist in gut 15-20 min komplett von patschnaß wieder abgetrocknet. Zuziehbare Bündchen lassen den Fahrtwind draußen und man kommt weniger in Konflikt mit den Kettenblättern. Ausreichend „bürotauglich“, dafür auch in großen (Lang-) Größen erhältlich.

-Merinoshirt. Hilft „drunter“ eigentlich immer. Wenn es wirklich kalt ist mit hohem Zip-Kragen und der Tag kann kommen.

-Winterjacke. Im Sinne von: regenfeste Jacke. Ist bei mir nicht radspezifisch, sondern eine Trekkingjacke von „The North Face“, die sind nämlich richtig groß (also nicht nur breit, sondern auch lang), da passt noch ein Fleece drunter (dann sind 3° C schon beinahe zu warm…) und halten richtig was aus. Sieht gerade aus, als wäre ich im Kohlenkeller damit gewesen, muß also bald gewaschen und imprägniert werden für den nächsten Winter. War auch teuer, aber reduziert erträglich. Hält hier sehr lange durch, das mildert den Schmerz beim bezahlen. Aerodynamik? Ach, egal….

-Handschuhe. Bisweilen schwierig. Ein Paar gefütterte Roeckl sind unglaublich gut, wenn es weniger als 0° C auf der Anzeige hat, darüber aber schwitzt man schnell wie in der Sauna. Der erste Versuch mit Langfingern von Goretex war ein Schuss in den Ofen, der vorletzte Winter war noch nicht vorbei, da lösten sich die Handpolster auf. Der zweite Verscuh mit Roeckl scheint erfolgreicher zu sein, innen etwas rauh, aber nicht unangenehm. Außen muss man darauf achten, nach dem Waschen zu imprägnieren, dann bleiben die Finger windgeschützt und meist auch trocken.

-Winterreifen. Waren der Test dieses Jahr. Haben sich gelohnt vom ersten bis zum letzten Tag. Continental Top Contact Winter II, gekauft für vertretbares Geld im Hochsommer. Da hier selten Eis liegt, öfter aber Laub, Wasser und Schneematsch ist das die ideale Lösung. Steht zwar 37-622 drauf, ist aber „in echt“ 32 mm breit. Braucht ordentlich Druck wenn man schwer ist (oder schwer belädt), der Rollwiderstand ist spürbar höher, der Grip aber auch um Längen besser. Sammelt durch das Lammellenprofil ordentlich Steine ein und zieht von der Straße mehr Matsch und Wasser hoch. Gute Schutzbleche in ordentlicher Länge sind hier also kein Schaden.

©MF, nicht von der Prägung „37-622“ irritieren lassen, der Reifen ist schmaler, egal ob die Felge nun breiter oder schmaler ausfällt

©MF, Das Lamellenprofil ist abgeleitet vom KFZ-Bereich und wie dort ist es ein Steinesammler.

 

-Brille mit klaren Gläsern. Am besten noch mit Scheibenwischern…aber es genügt schon, wenn sie den Wind abhält, das hilft den Augen schon sehr. Seit Ewigkeiten (vermutlich seit 2002?) ist hier eine Oakley MFrame im Einsatz. Fast unkaputtbar.

 

Was nicht hilft

-Salz. Pures Salz ausstreuen. Hilft weder dem motorisiertem noch dem unmotorisiertem Verkehrsteilnehmer. Zusammen mit Wasser ergibt es eine Höllenkorrision. Wenigstens Sand drunter mischen. Kann nicht so teuer sein.

-Ungeräumte Wege. Nein, Schnee ist nicht gemeint. Frischer Schnee fährt sich häufig sehr gut. Aber die tonnenweise Blätter auf den Radwegen sind mit Wasser gemischt eine Schmierseifenbahn. Gerade in Kurven tückisch.

 

Was noch fehlt

-Der Frühjahrsputz. Das Rad hat ganz schön Dreck eingesammelt und die üblich verdächtigen Stellen am Tubus-Lowrider haben wieder Rost angesetzt.

©MF, Da wo die Taschen scheuern, entstehen am Tubus (ungefährliche) Roststellen

©MF, Das Rad sammelt so viel Dreck ein im Winter, dass man an der Gabel die Farbe allenfalls erahnen kann

 

Unterm Strich hat es also durchaus auch Spaß gemacht zu radeln, sogar in der Stadt. Kann man so also öfter machen.

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3 Antworten zu “Winterfazit

  1. Bei so einem Dreckswetter mache ich die Fahrgerätschaft eigentlich regelmäßig schon zwischendurch mal klar Schiff. Das spart dann im Frühjahr die ganz große Aktion ( und übermäßigen Teile-Neuerwerb ).

      • Groß gehätschelt wird bei mir auch nicht, dafür hätte ich nicht mal richtig Zeit. Jedenfalls nicht ohne sie irgendwo abzuzwacken. Aber ein wenig warm Wasser, ein oller Pinsel oder Schwamm und schon ist das unliebsame Etwas weg !

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