Diesel? Skandal? Wo?

Es mag am Autor liegen, aber dieser versteht die Leute nicht und die veröffentlichte Meinung ebenfalls nur sehr begrenzt. Alle rufen „Skandal“, weil ein Weltkonzern (vermutlich noch ein paar Weltkonzerne mehr), das getan hat was seine Anteilseigner erwarten – Gewinnmaximierung bei Minimierung von Aufwand und Kosten. Das ist Kapitalismus! War schon immer so.

Es ist auch völlige Zeitverschwendung das moralisch zu bewerten. Interessanter ist doch vielmehr, was bei geltender Rechtslage in Europa erlaubt ist. Zunächst einmal sollten wir festhalten, dass die Europäische Richtlinie, die Basis ist für jegliche Betriebserlaubnis und Testverfahren von Abgas freisetzenden Fahrzeugen, aus dem Jahr 1970 datiert und im Wesentlichen immer noch gültig ist. Damals wie heute fahren die KFZ mit Verbrennungsmotor, ein paar Kleinigkeiten haben sich aber trotzdem entwickelt, ganz egal ob man das nun zum Guten oder zum Schlechten wenden will. Wie man den beiden Wikipedia-Artikeln entnehmen kann, wird in diesem Jahr ein anderer Testzyklus genutzt. Nunja, es ist kein Geheimnis, dass mit jeglichem „harmonisiertem Test“ die Möglichkeiten des „legalen Optimierens“ immer da sind und meist sind sie immens groß. Exemplarisch sei hier erwähnt, dass die Klimaanlage nicht eingeschaltet sein muß (was sie in der Praxis fast immer ist). Zudem wird selbst nach den neuesten Regularien den Herstellern ein sog. „Konformitätsfaktor“ beim Stickoxid-Ausstoß zugestanden. Das bedeutet, dass das Fahrzeug also keineswegs die Grenze von 80 mg/km einhalten muss, sondern dieser Wert tatsächlich bis zu 168 mg/km betragen darf, da der Faktor derzeit auf 2,1 festgelegt ist. Transparente, nachprüfbare Begründung hierfür? Fehlanzeige.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Beim Auto, da versteht der Deutsche keinen Spaß, schliesslich gibt er -Stand 2011- jedes Jahr pro Kopf gut 142 Euro für Straßenbau aus, mehr als das Doppelte von dem was die Bahn erhält. Von den über 300 Euro pro Kopf, die die Schweiz für Ihre Bahnen ausgibt, schweigen wir da lieber einmal.

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