Wieso, weshalb, warum?

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Allerdings, diese Frage, an deren Antwort wir uns nachfolgend versuchen werden, ist für die allermeisten Velocipisten ziemlich uninteressant. Die fahren einfach.
Womit fährst du und warum?

Trotzdem gehen wir an dieser Stelle einmal die Details des gerade fertig gestellten Alltagsrades durch, um ein wenig aufzuzeigen, welche Überlegungen dahinter stecken können. Vielleicht ist es dem Einen oder Anderen ja auch eine Anregung.

©MF

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Rahmen: Intec T6, Stahl, hoizontale Ausfaller HR mit Justierschrauben
Gabel: starr, Intec, mit Ösen für Lowrider

Dazu haben wir hier ja schon einiges geschrieben. Warum dieser Rahmen? Er ist von den Abmessungen relativ dicht am Vorgänger, mit etwas längerem Oberrohr (das war auch gewünscht), womit also die Frage „Passt das?“ relativ sicher mit einem „ja“ beantwortet werden kann, zudem ist er wirklich günstig (auch nach einer Preiserhöhung 2017), ein Austauschrahmen vom Hersteller des Vorgängerrades wäre kaum billiger geworden, den hätte ich aber nur bei einem mir unbekannten Händler beziehen können und die Arbeiten daran (Steuersatz einbauen, Tretlagergehäuse planfräsen) sind identisch, also auch keine Aufwandsersparnis. Bleibt unterm Strich nur ein leichter Gewichtsvorteil für den Alurahmen, der aber bei einem Jedentagmussmanmalraus-Rad nicht so richtig stark als Argument ausfällt. Beschafft und vorbereitet mit meinem Wunschsteuersatz hat mir den Rahmen Meilenweit in Bochum, einfach weil ich gerne mit Leuten zusammen arbeite, die ich kenne und die die notwendige Arbeit so erledigen, wie ich es mir vorstelle.

Sattel: Brooks B17 Aged
Sattelstütze: Canyon VCLS verstellbar, 27,2 mm

Beides „Relikte“ vom alten Rad. Der B17 ist schon einige Jahre alt und funktioniert wunderbar, ja klar, die Farbe ist jetzt nicht ganz passend, aber meist sitzt man ja darauf und nur deswegen einen neuen Sattel kaufen, ist irgendwie unsinnig. Die VCLS ist zudem ein Problemlöser, da sie ein verstellbares Setback anbietet, sodass die ideale Sitzposition leichter erreicht werden kann, die Ledersättel von Brooks erlauben nämlich keinen so weiten Verstellbereich auf dem Gestell wie „konventionelle“ Sättel. Belastbar ist die Cabonstütze bis 130 kg Fahrergewicht, was aber nicht heisst, dass man allein deswegen schon eine Hängerkupplung da dransetzen könnte, es ist und bleibt Carbon mit allen Vor- und Nachteilen.

Klemmschelle: Intec

Wurde mitgeliefert, funktionale oder Gewichtsunterschiede fallen hier relativ gering aus.

 

Lenker: Syntace Duraflite 2014, 25,4 mm, 9°, 600 mm breit, gekürzt auf 560 mm
Vorbau: Syntace Superforce, 25,4 mm, 120 mm, 6°
Spacer: Carbon
Aheadkappe: Syntace Litecap

Einmal Rolle rückwärts. Bisher wurden 31,8 mm Manschetten am Cockpit eingesetzt, aber die effektive Lenkerbreite (um 600 mm) war mir immer noch ein wenig zu breit, um wirklich entspannend für mich zu sein. Deswegen wieder auf „vorsintflutliches“ System zurück gewechselt, das aber aus seriöser Herstellung stammt und wesentlich schmaler ausfällt.

Steuersatz: Canecreek 40, 1 1/8″, externe Lagerschalen

Der 40er ist schon ein sehr durchdachtes Stück Lagertechnik. Mag sein, dass der Chris King am Reiserad noch besser ist, aber der Preisunterschied ist auch nicht ganz klein dafür. Letztlich kann man das erst nach ein paar Jahren Betrieb halbwegs beurteilen.

Bremsen: Magura HS11, Evo2, Brakbooster
Klingel: Cateye Comet

Waren jeweils schon vorhanden, die Magura funktioniert noch einwandfrei, die Leitungslängen passen, die Laufräder waren erst vor 1,5 Jahren erneuert worden, daher machte eine Umstellung an diesem Punkt überhaupt keinen Sinn.

Griffe: Ergon GP1 für Gripshift, modifiziert
Barends: Ritchey Pro Ergo mit Fizik Lenkerband und SRAM Reflektorstopfen
Schalthebel: SRAM X0 3×10 Gripshift
Züge Schaltung: SRAM Slickwire

Am Cockpit wurde jetzt zu Gripshift und zu Ergon gewechselt. Ganz trivial war das aber nicht, da weiterhin die gut 110 mm langen Barends von Ritchey weiter genutzt werden sollten. Das geht mit „normalen“ Ergon-Griffen eigentlich nicht. Eigentlich. Mit einem Fräsaufsatz und einem Akkuschrauber aber doch. Damit entsteht eine breite Griffzone von ca. 500-540 mm Breite und die bekannten Barends dazu.

Gepäckträger hinten: Tubus Vega mit Spannband
Gepäckträger vorne: Tubus Ergo Lowrider

Beides schon am alten Rad montiert gewesen. Belastbar und bewährt, was will man mehr? Zudem die etwas weniger voluminösen Rohre der Gabelscheiden die Montage des Lowriders etwas vereinfachen.

Schutzbleche: SKS Bluemels Primus 45

Eigentlich nur deshalb neu, da die alten Bleche schon rissig wurden und ziemlich abgenudelt waren und: die Primus sind länger.

Nabe VR: Shimano FH-T780 Nabendynamo
Nabe HR: Shimano XTR FH-M970
Schnellspanner: Shimano, jeweils mitgeliefert
Speichen: Sapim Race DD
Nippel: Sapim
Felgen: Exal LX17, 17×622
Felgenband: Schwalbe HP
Schläuche: Schwalbe SV7
Reifen: Schwalbe Marathon Supeme, Faltversion, 37-622

Die Laufräder hatte mir Meilenweit vor gut 1,5 Jahren so gefertigt und die sind noch top in Schuss. Gibt also keinen Grund daran irgendwas zu ändern. Gewicht könnt theoretisch leichter sein, aber die Felge ist ein bekanntes Modell, da war der Reiz des Unbekannten nicht groß genug.

Scheinwerfer: B&M Cyo, 40 Lux mit Tagfahrlicht
Rücklicht: B&M Toplight Flat S
Lichtkabel: B&M
Speichenreflektoren: Büchel 3M Sticks

Alles schon vorhanden gewesen. „Nur“ 40 Lux reichen aber auch für das Meiste aus, die dunklen Ecken werden damit hell genug erleuchtet.

Kassette: SRAM 1070, 12-32 Z
Schaltwerk: SRAM X0, longcage, Type 2.1
Umwerfer: SRAM X0, 3×10, Lowclamp, Bottom Pull
Adapter für Umwerfer: Shimano, 3 mm, 3 Stück
Kette: SRAM PC1091R

Zusammen mit Gripshift und Verschleißteilen erneuert. Natürlich, mit neuer Kette und Kassette schaltet sich das fast immer traumhaft. Zum Einen haben sich aber die Abstufungen positiv verbessert und zum Anderen ist die X0 qua Performance nicht wirklich spürbar weit weg von der XX am Reiserad. Während die XX das Konzept der TX25er-Schraube für das Einstellen und Servicen der Komponenten vertritt, bestreitet die X0 das mit einem 3 mm-Innensechskant. Beides konsequent und durchdacht.

Kurbel: Raceface Deus, 22-32-44 Z
Innenlager: Raceface Team XC EXI
Pedale: Shimano PD-A530, schwarz

War alles schon am Vorgänger dran, insbesondere die Kurbel ist schon ein ziemlich starkes Ding. Wer da noch gegen etwas besseres tauschen will, muss finanziell ziemlich tief in die Tasche greifen.

Parkstütze: Esge Pletscher Zoom, KSA18
Hängerkupplung: Weber Typ E
Flaschenhalter: ProfileDesign Kage
Schrauben: Stahl Güte 10.6 oder Titan Grade 5, Linsenkopf, Zylinder und konisch

Der „Kleinkram“ sozusagen. Braucht man aber auch, wenn man kleine Ausflüge oder Kindertransporte macht und die Schrauben sind ein unterschätztes Kleinteil, machen aber gerade an den höher belasteten Stellen über die Zeit einen deutlichen Unterschied aus. Bedingt durch den Abstand Hinterachse zu Montageplatte für die Parkstütze musste die Trägerplatte der Weber ein wenig per Kaltverformung modifiziert werden, sonst geht die Stütze nicht ordentlich hoch.

Gewicht ohne Schloß (Abus Bordo): 15,5 kg – ja das ist nicht sensationell, aber wir haben einerseits die Grösse von 64 cm vor uns und zum anderen war das o.g. Gründen zweitrangig. Achja, das mit dem hohen geneigten Sattel und dem tiefen Lenker soll so. Der Rücken wird dabei nicht nur geneigt, sondern auch ein wenig gestreckt und damit unterm Strich entlastet.

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