C11H16BrNO2

Auch bekannt als DOB.
„Dimethoxybromamphetamin ist bereits in Dosen von 1–3 mg wirksam und hat eine sehr lange Wirkdauer von 18–30 Stunden. Die Wirkung setzt erst recht spät ein.

Die Verteilung und Verstoffwechselung im Körper wurde mit radioaktiv markiertem DOB als Radioligand untersucht. Die Substanz sammelt sich über mehrere Stunden in der Lunge an und erreicht erst später das Gehirn. Dies legt die Vermutung nah, dass DOB in der Lunge metabolisiert wird und erst der Metabolit hauptsächlich psychoaktiv ist. Dies würde sowohl das späte Einsetzen der Wirkung als auch die hohe Wirkdauer erklären.
DOB scheint u. a. eine entaktogene Wirkung zu haben und vor allem das Farbempfinden und den Tastsinn zu verstärken. Wie viele andere psychoaktive Substanzen birgt auch DOB die Gefahr der Auslösung einer latenten Psychose (Siehe auch HPPD), bei ungünstigen Veranlagungen kann schon eine „normale“ Dosis zu einer kaum mehr kontrollierbaren Wirkung führen. Hohe Überdosierungen können zu schweren Vergiftungen und Lähmungserscheinungen führen, auch Todesfälle wurden schon dokumentiert. Bereits bei der oben angegebenen Wirkungsdosis wurden von Konsumenten physische Nebenwirkungen wie Tremor und Krämpfe berichtet.“

Sie erkennen da eine bekannte Person an der Spitze des Ministeriums für Darth Vader, Digitalisierung und abseitige Verkehrsarten? Das ist natürlich reiner Zufall!
Tatsächlich angetroffen habe ich neulich DOB in Form eines Artikels in der ADFC-Radwelt – und was soll ich sagen? Es dauert eine Zeit, aber es wirkt! Das ist wirklich beeindruckend. Fast gleichzeit wurde mit grossem Tralala der Bundesverkehrswegeplan 2030 beschlossen. Nein, nicht vom Parlament, das erstellt die konkreten Haushalte von Jahr zu Jahr, sondern vom Bundeskabinett. Das finden Sie jetzt kleinlich? Sagen wir mal, es macht durchaus einen Unterschied, ob man plant eine Summe X Euro auszugeben oder es auch tatsächlich tut und genau für letzteres braucht es (mindestens) einen Parlamentsbeschluss. Egal was der Minister sagt. Interessant findet der Autor im Zusammenhang die Pressemitteilung des ADFC dazu. Dort wird lobend erwähnt, dass in der vom Bundeskabinett beschlossenen Fassung Radverkehr erwähnt wird. Das ist sicherlich richtig. Wer allerdings sich einmal die Mühe macht den Anhang mit den einzeln aufgelisteten Projekten durchzublättern, wird feststellen, dass nicht einmal für die bundeseigenen Strassen irgendein Radprojekt erwähnt wird, geschweige denn, dass es eine Rubrik gäbe die die Radprojekte auflistet, die man in naher oder ferne Zukunft mit den Bundesländern realisieren möchte. Das heisst aber nichts anderes als: Kein Projekt = kein Geld. Und wenn die Länder keine Eigenmittel für die Projekte bereit stellen wollen, wird es ebenso nix.

Natürlich kann das Parlament noch anderes beschliessen, die bisherige Erfahrung damit sollte den geneigten Leser aber nicht zu grenzenlosem Optimismus verleiten.

Und der Artikel in der Radwelt? Der ist ein Knaller! Wirklich! Schon die Überschrift: Das Fahrrad kann das Verkehrsmittel der Zukunft werden

BOAH!

Radwelt, August 2016

Radwelt, August 2016

Radwelt, August 2016

Radwelt, August 2016

Wir gemeinen Pöbel aus dem einfachen (Wahl-) Volk dachten naiverweise, das Fahrrad sei ein Verkehrsmittel der Gegenwart und war es auch schon in der Vergangenheit. Das ist offensichtlich falsch. Die wirklich armen Teufel gehen ja zu Fuss. DOB verschafft uns ab Zeile eins bunte tiefschürfende Erkenntnisse. Geht gleich weiter, im ersten Abschnitt wird auf den nahenden 200 Geburtstag der Draisine verwiesen und darauf, dass das Velo Teil des jetzigen Mobilitätsmixes ist und in den Innenstädten das mit Abstand schnellste Verkehrsmittel. Wer noch Beweise sucht, das DOB wirklich therapeutisch wirkt, hier sind sie! Offensichtlich! Unanzweifelbar!

Das Feuerwerk ist aber noch nicht zu Ende, im nächsten Abschnitt spricht man von Innovationssprüngen und der „Digitalisierung der Mobilität und der Antriebswende zur Elektromobilität“. Das ist neu, das ist heisser Sch****, das ist unglaublich! Alles wird smart und das Fahrrad wird „den Sprung zur Smart City oder zur Logistik 4.0 massgeblich prägen“. Wirklich, in echt jetzt, cooler geht’s nicht! Dann folgen drei Punkte, die reissen einen vom Hocker und wenn nicht, ist man tot!

  1. In den letzten drei Jahren wurden 220 Mio. Euro in gut 730 km neue Radwege investiert. Das macht etwas mehr als 300.000 Euro pro Kilometer und damit noch einmal 100.000 Euro mehr als die Hauptstadt. Welch ein Luxus, Velofahrer bekommen vergoldete Radwege!
  2. Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP). Dafür wurden 3,2 Mio. Euro in die Hand genommen. Sogar eine eigene Website gibt es! Das im gegenwärtigen Haushalt 2016 bereits nahezu 20 Mrd. Euro für öpp-Projekte bewilligt sind, zeigt sonnenklar die grosszügigen Dimensionen dieser Zukunftsinvestition!
  3. Die STVO wird modernisiert, ein Musterprojekt zu Radschnellwegen mit 1 Mio. Euro gefördert. In Zukunft werden wir im Veloparadies leben, weil Eltern mit ihren Kindern bis 8 Jahren zusammen auf dem Gehweg fahren dürfen. Das ist der Knaller! Und eine ganze Million für einen Radschnellweg, als Musterprojekt!

Zum guten Schluss: Der Radweg deutsche Einheit. Der wird kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Unglaubliche 4,8 Mio. Euro Förderung stehen dafür bereit. Das die 1100 km letztlich von den (sieben) Bundesländern gemacht werden müssen und die dafür Eigenmittel werden mitbringen müssen, das ist doch alles kein Problem, das flutscht schon wie ein Bonbon! „Die Zukunft gehört dem Fahrrad!“ – Was für ein Satz! Mit solche konkreten Ambitionen und einem Haufen Geld werden wir bestimmt „Fahrradnation 4.0“!

 

Getz ma in Echt: Lieber ADFC, bei dem ich ja Mitglied bin, ihr habt euch in der Vergangenheit mit einem Minister(ium) beharkt dass euch nicht mal mit dem A**** angeguckt hat. Jetzt habt ihr euch entschlossen, es auf die softe Tour zu machen, aber das Ergebnis ist ein wenig Aufmerksamkeit und sonst erst einmal nix. Man soll ja nie aufhören zu hoffen, aber ich bin auch nicht dem Depp sein Breznsalzer. Wenn schon in den Plänen allenfalls mal ein paar Miniförderungen rauskommen, die die Bundesländer dann erst noch kofinanzieren und durchführen müssen und im Bundesverkehrswegeplan nicht ein einziges singuläres Bundesprojekt ausschliesslich für den Radverkehr ausgewiesen ist, warum soll ich dann schon jubeln, wenn nur ein Minister das Wort „Fahrrad“ unfallfrei ausspricht? Wenn er gleichzeit Milliarden Euro in Privatisierungsprojekte stecken will, die nichts anderes sind, als die Enteignung von öffentlichem Besitz zugunsten privater Gewinne von Grosskonzernen? Warum soll ich „Hurra!“ schreien, wenn unterm Strich alles so bleiben soll wie es ist, also schlecht?

Darauf habe ich keine gute Antwort. Ausser, das DOB wie oben beschrieben ziemlich gut einschlägt.

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Eine Antwort zu “C11H16BrNO2

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