Les Nuits du Cirque Villers-la-Ville

Die Zinneke-Parade habe ich ja nun verpasst, da war ich anderweitig verplant, aber das hier machen wir schon seit ein paar Jahren mit wachsender Freude und sogar echte unabhängige Flamen begeben sich freiwillig dafür über die grüne Grenze der so gänzlich anderen (anders sprachigen) Wallonie.

Der Ort ist die ehemalige Zisterzienser-Abtei von Villers-la-Ville. Das klingt nach Ruhe und klösterlichen Mauern und übersichtlich. Tatsächlich liegt die Anlage ein wenig abseits der heutigen Reiseströme. Zudem ist es eine Ruine, schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Aber was für Eine! Die meisten Gebäude stammen aus dem 12. und 13. Jhd. und sind, vorsichtig gesagt, stattlich. Die damaligen Ordensregeln untersagten zwar den Turmbau für die Kirche, aber das Schiff im aufkommenden gotischen Stil gereicht einer Kathedrale zur Ehre. Was an damaliger Stelle als Gästehaus eingerichtet war, wäre für viele eine ausreichend grosse Kirche. Insgesamt bietet die Anlage eine sehr schöne Kulisse für Festivitäten, nur ist man auf halbwegs gutes Wetter angewiesen, denn die Gebäude haben durchweg keine Dächer mehr.

So sah das aus, als ein Kupferstecher im 17. Jhd. seinen Blick auf die Anlage warf:

©JP Grandmont

©JP Grandmont

An und für sich wäre das auch ein guter Radausflug. Zwar etwas hügelig, aber in der Entfernung noch gut machbar. Allerdings mit zwei Einschränkungen: Schaut man sich alles an, also auch das Finale, geht es erst um 23 Uhr zurück, da ist gute Beleuchtung und Kenntnis der Strassen Pflicht. Zudem müssen wir auf Familienmitglied Nummer 4 noch Rücksicht nehmen, mit gerade einmal vier Monaten muss man das noch nicht gemacht haben. Steht aber noch auf der Liste des „will ich noch machen“…

Bezüglich des Wetters waren wir dieses Jahr etwas skeptisch, am Vortag gab es ordentliche Gewitter und auch für den Samstag waren die Vorhersagen eher so naja… Unterm Strich haben wir aber viel Glück gehabt. Ein paar Tropfen und das war’s. Programm? Gibt es auch, viel sogar. Wie immer im kleinen Königreich der Anarchie, nichts geht ohne gutes Essen, schon gar nicht bei einem Event der über sechs Stunden geht. Man darf aber genauso Picknick mitbringen und sich auf die Wiese setzen. Diesmal sind so viele Freunde mit Kindern mitgekommen, dass man immer mal wieder schaute ob dieses oder jene Kind nicht auch noch dazu gehört, die meiste Zeit haben sich die grossen Kleinen aber völlig selbst organisiert. Dazu gibt es eine Schminkstation und Kinderzirkus zum selbermachen undundund

Ein paar Bilder anbei.

©MF

©MF, Don Qui – unverkennbar

 

©MF

©MF

 

©MF

©MF, Dem Teufel auf Stelzen ins Auge sehen. Geht alles.

 

p.s.: Für alle Nichtlateiner, der Spruch auf dem Wappen der Abtei ist der sog. „Vulgata-Version“ von Hiob 17,12 entnommen und bedeutet: Nach der Dunkelheit hoffe ich auf das Licht.

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