Ungelegte Eier

Nein, wir haben kein Osterhasentrauma. Aber angesichts angeblicher Pläne zur Verschärfung der Alkoholgrenze für VelocipistInnen im Grosskanton (Esspeedee) und der fast schon wie PUR-Schaum überlaufenden Kommentierung des Entwurfs zum Bundesverkehrswegeplan 2030, möchten wir an dieser Stelle noch einmal ein wichtiges Wort betonen:

Entwurf.

Das alles sind Entwürfe. Das sind noch nicht einmal beschlossene Pläne, schon gar nicht steht es im Bundesanzeiger. Das medial vermittelte Orchester spielt natürlich trotzdem mit voller Lautstärke Tutti nach dem Motto: Wer nicht wirbt der stirbt. Der Autor war auch in der Werbung tätig und kann die Verführung dieses Mechanismus aus erster Hand bestätigen.

Beispiel: http://www.spdfraktion.de/node/127594

Zitat daraus: „Für uns als SPD ist wichtig: Straßen, Schienen- und Wasserwege werden nicht gegeneinander ausgespielt.“

 

Das ist ja alles schön und gut. Defätistisch könnte der Autor hinzufügen „das Ausspielen von Verkehrsträgern wie Wählergruppen wollt ihr schon lieber selber erledigen, liebe SPD?!“ Sei es drum. Der Entwurf des Ministeriums für Darth Vader und Digitalisierung des Universums wird jedenfalls hoch und runter diskutiert und sicher noch hier und da verändert werden, mit mal mehr oder weniger Sinn.

Genauso wird es mit der Alkoholgrenze für RadlerInnen sein, die sicherlich millionenfach verletzt wird (immerhin gibt es über 70 Mio. Velos, aber bisher wurden nur 3500 Alkoholverstösse festegestellt, die Dunkelziffer muss also astronomisch sein! Ganz grosse Fahrradfahrerlobbyverschwörung!) und man findet bestimmt genügend sog. „Kampfradler“, die volltrunken Mord und Totschlag begangen haben.

 

Interessant an all diesen Plänen ist doch etwas anderes. Etwas das dort nicht steht und dementsprechend kaum Beachtung findet.

Bundesverkehrswege sind in jedem Fall keine Radwege.

Wir haben gerade nichts Wichtigeres zu tun.

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