Abriss, Umbau, Aufbau – Berge versetzen (K1)

2012 wurde das erste Mal das Kinderrad selbst gebaut, zusammen mit dem Kind 1.4, das daran sehr viel Freude hatte. 2015 wechselte zum Geburtstag das Rad sein Gewand, genauer den Rahmen, damit man dem Wachstum und v.a. der Fussgrösse weiter gerecht werden konnte.

Seitdem stand der Rahmen des Velotraum K1 im Keller, mit ein paar Lackschrammen und musste nachdenken. Da wir das K2 als Komplettrad erstanden hatten, waren noch einige Teile übrig, die für einen erneuten Aufbau zur Verfügung standen. Man könnte also noch etwas daraus machen, wenn man wollte und Zeit hätte und den Lack dazu undundund……….

Meist braucht man ja einen „Tritt in den Hintern“, oder zumindest einen passenden Anlass, um sich dann wirklich an die Arbeit zu machen. Dieser Anlass kam in Form eines Familienbesuchs mit Kindern und da wäre ein K1 genau passend für die Grosse und dann könnte man Ausflüge mit allen Personen machen. Somit waren ein paar äusserliche Zwänge gegeben, um sich an die Arbeit zu machen.

Der Lack machte erst einmal die meiste Arbeit, das muss trocknen, dann muss evtl. Klarlack drüber, der muss wieder trocknen. Zum Glück ist es eine RAL-Farbe, da ist Nachbeschaffung kein Problem.

So sehen gute Vierkantlager aus

So sehen gute Vierkantlager aus

Das bisher eingebaute BB-UN54 aus Osaka wurde aber ein kleines Problem. Zum einen weil die Lagerschale nicht wie bei Token mit einer Gummidichtung zur Achse abschliesst, sondern sich da irgendein Labyrinthspalt auftut (der verdreckt wie Hölle und den man so nie sauber bekommt), zum anderen läuft das Lager einfach rauh. Naja, da ich beim Gästerad ebenfalls ein neues Lager brauchte, wurden es gleich derer zwei und mit ein wenig tricksen ging es gut rein, einfach von der Nichtantriebsseite anfangen einzubauen.

Der Rest ging relativ schnell (relativ, ein paar späte Abende waren es schon). Ein paar Teile waren auch bereits gereinigt, sodass diese Arbeit teilweise eingespart werden konnte. Interessantes Detail (mal wieder), die OEM-Schutzbleche von SKS. Warum? Weil bei den „frei erhältlichen“ zum Einen Farbvariationen gar nicht vorgesehen sind und zum Anderen die genieteten Befestigungsbleche notorisch zu kurz sind. Das ist hier anders und erleichtert u.a. die Zugführung der Bremse ganz erheblich.

Beim Lenker habe ich erst einmal auf das vormontierte Material zurückgegriffen, das von Ritchey stammt. Allerdings kann ich den Lenker trotz 25.4 mm Manschette nicht soweit kürzen, wie ich das eigentlich möchte. Da ich den kurzen Syntace-Vorbau noch habe, schaue ich mir das später noch einmal an, ob da nicht eine bessere Lösung zu machen ist. Die Bremsgriffe werden wieder verwendet, Griffe waren überraschenderweise nicht zu finden (dabei geht immer mal wieder einer kaputt…), aber mit Lenkerband geht das auch, darf ja auch wegen der kleinen Hände nicht zu dick sein.

Die Laufräder sind mit 47-406 grossen Marathons bestückt, nicht gerade superleicht, aber waren gerade dran und die Nexus 8Gang ist ohne Drehmomentstütze, weswegen die Parkstütze diesmal nicht noch an die Ausfaller per Hammer angepasst werden musste. Gepäckträger, Sattel und Sattelstütze konnten genauso wie die Scheinwerfer, Kurbeln und Pedalen einfach weiter verwendet werden. Der Kettenspanner ist den senkrechten Ausfallenden hinten geschuldet.

K1_2016_total_4397

Macht ein insgesamt ansehnliches Rad für noch viele weitere Jahre. Wiegt laut halbamtlicher Waage 12,5 kg. Etwas schwerer als die Vorversion, aber immer noch gut (natürlich ohne Schloss). Gerade haben wir es an die neue Besitzerin verliehen, die Tochter von Nachbarn, die genau die richtige Grösse hat und sehr stolz das Rad nach Hause gefahren hat.

Advertisements

2 Antworten zu “Abriss, Umbau, Aufbau – Berge versetzen (K1)

  1. …und die vielen Speichenreflektoren! Für mich ist dieser Beitrag der nötige Tritt in den Hintern, um die Räder unserer Kinder wieder mal einer kritischen Prüfung zu unterzeihen, statt sie immer nur fahren zu lassen. Einen Hammer habe ich auch, mit Drehmomentstützen kenn ich mich aber nur knapp aus… Sicher werde ich endlich versuchen, passende Kurbeln zu montieren. Bei einem 20″-Rad waren die gleich langen dran wie an meinem!

    • Kinder fahren lassen ist immer erst einmal gut. Ich beobachte nur, dass ein Kind mit einem wirklich guten Rad mehr Spass hat, auch mal eine längere Strecke zu fahren. Kurbeln unter 150 mm sind kompliziert, aber mit ein wenig Kontakten zu Metallbaubetrieben kann man sich da auch behelfen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.