Altgläubige

So nennen Katholiken ihre Kollegen, die noch die alte lateinische Messe bevorzugen, manchmal wird der Begriff auch für orthodoxe Christenkirchen verwendet. Eine Welt, die den protestantischen Brüdern und Schwestern ganz sicher verschlossen ist und bleibt, schliesslich hat Luther höchstselbst die Tür dafür zugenagelt. Was das mit dem Velo zu tun hat? Zunächst einmal nichts.

Dem ADFC in Hamburg verdanke ich aber einen Link zu einem aufschlußreiches Interview mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Thering. Das muß gar nicht weiter kommentiert werden, denn das Weltbild dieses fortschrittlichen Bürgers einer Großstadt entfaltet sich in diesem Interview in voller Pracht und besticht durch unverrückbaren Glauben an ewige Wahrheiten. Es ist großartig so etwas heute noch anzutreffen, wo ich ja sonst jeder für irgendwas fremdschämen will! Im echten Sinne vorbildlich!

Eine einzige Ergänzung möchte ich anbringen, v.a. für die Ortsunkundigen. Vom Wohnort zum Arbeitsort des Herrn Thering beträgt die Distanz etwa 12-13 km, zum Rathaus sind es etwa 15 km. An dieser Stelle wird explizit nicht auf Daten und (eigene) Beiträge verwiesen, wie gut oder schnell oder langsam solche Strecken mit verschiedenen Verkehrsträgern zu bewältigen sind, denn der Glaube des Herrn Thering ist mit Sicherheit von großer Tiefe und Unerschütterlichkeit. Wirklich schön, dass es das noch gibt.

©Hamburg Süd Solange es dem Hafen gut geht, geht es er Stadt auch gut. Noch so ein Glaube an eine ewige Wahrheit.

©Hamburg Süd
Solange es dem Hafen gut geht, geht es er Stadt auch gut. Noch so ein Glaube an eine ewige Wahrheit.

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3 Antworten zu “Altgläubige

  1. Eindrückliches Interview. Der Befrager hat gute Arbeit geleistet. Irgendwie lullen die Politiker einen nämlich immer ein, so dass man oft zweimal hinhören muss, um den Humbug als solchen zu erkennen.

  2. Ein bizarres Interview. „Altgläubige“ trifft’s. Allerdings für beide Seiten, möchte ich meinen. Man wähnt sich auf dem Konzil von Nicäa und zwar nicht 787, sondern 325 n. Chr.

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