B-XL = Baustelle Xtra Large

Unregelmäßig und wirklich nur dann wenn es besonders unsinnig oder besonders lustig ist, werden wir hier von ein paar Situationen auf und abseits der Straße berichten.

Ferienzeit ist jetzt vorbei, die dauert hier zwei Monate. Zwar war ich aus anderen Gründen in der Stadt untwegs und genau genommen sind es zwei Baustellen und nicht eine. Dafür sind sie aber räumlich so dicht beieinander, dass sie hier zusammen genommen werden. Auch in der Stadt die man wegen der Ansiedlung der meisten Institutionen auch salopp „Europas Hauptstadt“ nennt fahren seit ca. 3-5 Jahren sichtbar mehr Leute mit dem Rad, sogar die besser verdienenden Damen und Herren in den Institutionen selbst. Der profane Grund: Es geht am schnellsten. Ansonsten sieht die Zubringerstraße in die Innenstadt so aus:

©EUObserver.com

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Allerdings, zu schnell sollte man dabei nicht sein, nicht einmal aus Schadenfreude in der Rushhour. Nicht einmal dann, wenn die gleiche Straße so leer ist wie auf dem nächsten Foto:

©MF

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Das liegt nicht an versteckten Bomben im Asphalt oder an den Militärpatroullien in der Nähe. Natürlich kann man auf dem links zu sehenden Bürgersteig mit dem Rad fahren, das ist hochoffiziell erlaubt und an den meisten Stellen ist der Weg auch ordentlich breit, sofern nicht zugeparkt. Wenn man also diesen Weg stadtauswärts also mit leichtem Gefälle fährt, spricht oberflächlich nichts dagegen einmal ordentlich die Kurbel und die Kette ziemlich weit rechts kreisen zu lassen. Ein erster Grund liegt darin, dass links, wo das Foto zu Ende und die rot-weiße Barke zu sehen ist, der Rad weg endet und aufgrund einer Baustelle recht abrupt:

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Diese „kleine Schwelle“, die die Bauarbeiter hier hinimprovisiert haben hat mich schon einmal fast vom Rad geholt, sie ist tiefer als sie aussieht. Welche Bauarbeiter das waren ist schwierig festzustellen, denn an dieser Stelle wird sowohl der neue Metro- und Zugbahnhof Schumann als auch ein neues Gebäude für den euopäischen Rat gebaut. Was nach dieser Schwelle kommt, enthält aber tatsächlich noch eine Steigerung.

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Was ist das? Ein Slalomparcours? Und wer darf da fahren? Nun tagsüber mag man das sportlich sehen und die meisten Velocipisten tun das auch.

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Der eigentliche Nervenkitzel dieser Baustelle und ihrer „Wegführung“ liegt aber ganz klar darin, sie im Dunkeln zu befahren. Denn beleuchtet ist sie nicht. Gar nicht. Der im zweiten Foto ganz links erkennbare Lampenmast ist der letzte bevor man schliesslich am Kreisverkehr Schuman ankommt. Wenn man ankommt, man sieht nämlich nix, nicht einmal viel mit einem 40 Lux Scheinwerfer.

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Nun ist Lichtverschmutzung kein Hirngespinst, sondern gerade im Land der flutlichtbeschienenen Autobahnen wirklich ein Problem. Hat man es also mit Mühe geschafft, die Schwelle am Ende des Radwegs nicht als Katapult zu benutzen ist man noch längst nicht aus dem gröbsten raus, denn unversehens steht man kurz danach vor einer Betonwand und war man jetzt bis zu dieser Stelle wie oben beschrieben einigermassen schnell, wird es jetzt ganz ganz schwer im Wortsinne noch einmal die Kurve zu kriegen und nicht über die Betonkante oder die Zaunkante nebendran zu gehen. Ist mir so passiert, die Schwelle hätte mich schon fast geschafft, da war im Lichtschein nur Beton zu sehen und die Lücke in einen möglichen Weg war sehr klein. Wohl ein Fall von Sparsamkeit am falschen Platz.

Hat man bis hierhin alles überlebt, kommt üblicherweise nach ca. 250 m ein schöner breiter Radweg entlang am Jubelpark. Stadteinwärts leichtes Gefälle runter, auswärts umgekehrt, aber entspannend. Derzeit leider nicht:

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Interessant, dass die Bauarbeiter nur davon ausgehen, dass die Fussgänger eine Umleitung benötigen. Ich warte noch auf den Taxifahrer der die daneben führende Busspur befahren will, weil er „da schon immer langfährt“…… Wer sich umdreht, sieht das gleiche Spiel.

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Immerhin hängt ein A4-Zettel mit der Beschreibung des Bauvorhabens am Zaun.

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