Reiseimpressionen vom Sommer

Die Familie war mit Sack und Pack im Doppelurlaub: Erst in die Berge zum Wandern, dann in den Norden Deutschlands zum Radeln, Ostseeküste und Nordseeküste. Neben etlichen Fotos, Mückenstichen, Sandkrümeln, Rostflecken und anderen sonnenmilchverklebten Utensilien haben wir auch ein paar Erinnerungen in Form von Dialogen, von denen ein paar sich lohnen festgehalten zu werden:

 

„So etwas habe ich ja noch nie gesehen. Wie fährt sich denn so ein Rad?“

(Wie Fahrräder halt eben so fahren, mal geradeaus und mal nicht)

 

„Haben sie ein WLAN auf dem Campingplatz?“

„Ja, hier in der Anmeldung, aber das funktioniert gerade nicht…“ (In Emmaste auf Hiumaa  (Estland) gibt es ein freies, öffentliches WLAN, soviel dazu…)

Alternativ: „WLAN? Hier? Nein!“

 

„Na, so viel Kilometer schaffen Sie ja wohl nicht mit dem ganzen Zeug und dem Kind dabei!“

„Der Kleine schafft 30-40 km pro Tag. Jeden Tag“

„?!?!?!?! – Aber ist das nicht viel zuviel?“ (Ehrlich gesagt: nein.)

 

„Können Sie keine Klingel benutzen?“

(Schon, aber ich muss mich auf die saudämliche Ausschilderung der Kommune und die Fußgängerhorden konzentrieren, da ist bremsen können wichtiger als klingeln)

 

„Wie oft sind Sie nass geworden?“

(OK, Schleswig-Holstein ist im Norden, aber mit ein bisschen Glück gibt es im Sommer tatsächlich regenfreie Tage!)

 

„Ostseeküste ist schöner als Nordseeküste.“

(Eine Beobachtung v.a. von französischen Velocipisten, der ich mich in puncto Strand und abwechslungsreiche Landschaft anschliessen kann)

 

Eine Frage habe ich noch und eine Beobachtung.

Warum müssen die Zeltwiesen von Campingplätzen immer immer immer ganz am Ende auf dem hinterletzten Geländekrümel liegen, dabei hügelig und schief und unter Wasser wie ein Sumpfmoor und warum haben die Duschkabinen alles Mögliche, aber keine Zwischentüren? Meine Beobachtung, als ich zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Reifenpanne hatte: Keiner bleibt stehen und fragt, ob man Hilfe braucht. War das schon immer so?

©MF Zwei Mal SRAM-Schaltungen an den Rädern. Beide machen ihren Job hervorragend.

©MF Zwei Mal SRAM-Schaltungen an den Rädern. Beide machen ihren Job hervorragend.

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Eine Antwort zu “Reiseimpressionen vom Sommer

  1. Lustig, der Bericht. Ich hab in meinen Familienferien, auch an der Ostsee, auch mit Rad (leider bloss Mieträder) ähnliche Dialoge gehabt. Zum Beispiel: „Sie stehen hier aber ganz schön gefährlich!“ (Wir standen in der Abzweigung zur Orientierungstafel, einer Sackgasse; der Radweg ging eigentlich geradeaus.) Das hat sich so oder ähnlich dreimal ereignet. Und ich bin zum Schluss gekommen: Sind grosse Mengen von Radfahrern unter sich, verhalten sie sich genau wie Autofahrer. Aber mehr bald in unserem Blog. Ach ja, und dann wurden wir Schweizer mit unserm bäurischen Akzent immer schüchtern-unsicher gefragt, aus welchem Bundesland wir denn kämen…

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