Pechsträhne, keine Himmelfahrt

Die meisten Menschen betrachten mich als radverrückt oder eher recht begabt im Umgang mit den Velos, besonders wenn man daran etwas reparieren muss. Im Großen und Ganzen mag das schon zutreffend sein. Es ist allerdings kein Schutzschild gegen das Schicksal.

Seit einigen Wochen hängt mein Alltagsrad, ein Gudereit SX-75 (OK, nicht mehr soooo original), auf dem Montageständer und immer ist irgendwas, dass ich es nicht davon wieder runterkriege. Nach gut einem Jahr, indem ich das Rad zuerst gefahren bin und zuletzt gepflegt habe, war es dringend nötig, mal wieder nach dem Rechten zu sehen, zumal die Schaltung vor lauter angesammelten Winterdreck blockierte. Gut, sauber machen, so einfach es klingt, kann im Detail recht mühsam sein, das ist nichts unbekanntes. Zudem wurde ein neuer Laufradsatz eingebaut, mit neuer Bereifung und die Lagerung im Tretlager musste nach Schleifgeräuschen auch getauscht werden.

©MF, so viel Dreck zwingt auch mal ein gutes Schaltwerk in die Knie...

©MF, so viel Dreck zwingt auch mal ein gutes Schaltwerk in die Knie…

Überraschend wurde es dann aber, als ich einen Reifen aus der Verpackung zog und dieser einfach nicht auf die Felge wollte. Auf der Verpackung stand: 37-622, also die gleiche Größe –28″– wie bisher und die gleiche Größe wie der zweite Reifen, den ich davor problemlos auf die Felge bringen konnte. Werd‘ ich jetzt senil? Ist das schon Demenz? Nicht ganz, der Reifen passt einfach nicht, nach ein paar äußerst erfolglosen Versuchen suche ich die Seitenwand nach der Abmessung ab und siehe da: 42-559, 26″. Das kann natürlich nicht passen. Der Händler tauscht ihn um, aber noch ist er mit dem richtigen Maß nicht wieder zurück.

In der Zwischenzeit reinige ich die Kurbel von Unmengen Sand und bin sehr stolz auf die geringe Abnutzung der eloxierten Kettenblätter. Dabei nehme ich auch die Pedalen von der Kurbel ab. Nur mal schauen, ob der Dreck sich in die Lagerung vorgefressen hat. Eigentlich. Tatsächlich konsultiere ich dabei mehrfach die Explosionszeichnung des Herstellers, denn ich krieg ein Pedal einfach nicht aufgeschraubt. Es bewegt sich, aber es öffnet sich nicht, die Achse bleibt komplett stecken. Auch Anleitungsvideos machen mich zunächst nicht schlauer. Bis ich das zweite Pedal öffne und feststellen kann, dass das Gewinde der Befestigungshülse gebrochen ist. Das geht nie mehr raus, egal welchen Zustand das hat. Was tun? Leider nicht mehr viel, jetzt muss ich mir noch neue Pedale bestellen, so ganz ohne ist ja auch blöd… Mal sehen wann die da sind und wann das Rad endlich wieder gefahren werden kann.

Dafür ist es ja da.

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Eine Antwort zu “Pechsträhne, keine Himmelfahrt

  1. Hin und wieder Bike „schruppen“ geht ja noch finde ich, aber auf große Schrauberaktionen habe ich auch keinen Bock. Da nutzte ich die Zeit lieber um zu fahren.

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