Mord und Totschlag

So empfinden manche Menschen das Radfahren in der großen Stadt. Nunja, mit Erich Kästner gesprochen „Seien wir ehrlich: Leben ist immer Lebensgefährlich.“

Trotzdem, auch auf die Gefahr hin sich nahezu endlos zu wiederholen, gibt es diese Differenz zwischen den tatsächlichen Gefahren und der individuell wahrgenommenen Gefahr, wenn man selbst mit dem Rad unterwegs ist. Durch den Kollegen Kuliga beim ADFC Bochum bin ich auf diese Seite einer Präsentation des ETSC aufmerksam geworden. Die Aussage ist so traurig wie eindeutig und wird keinen eher ängstlichen Mensch mehr aufs Rad bewegen, wenn er nicht bereit ist, diese Tortengrafik ganz schnell wieder zu vergessen.

©ETSC.eu

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Verschweigen sollten wir auch nicht die gute Nachricht: Seit den späten Neunzigerjahren verringert sich die Zahl der Unfälle aller Kategorien glücklicherweise. Wenn auch zum Teil nur sehr langsam, beginnt doch in den großen Städten ein Umdenken, befördert durch die Einsicht, dass zumeist ganz einfach der Platz fehlt, um diesen für noch mehr Individualverkehr mit Motorisierung frei zu machen und vorzuhalten. Das wird den Ruf manch einer großen Stadt in Bezug auf die subjektiv empfundene Gefährlichkeit von Radfahren sicher nicht über Nacht zum Guten verändern. Wir alle sollten trotzdem versuchen was möglich ist, das Radfahren schöner zu machen und z.B. einfach mal hinter einem rechts abbiegenden LKW oder Bus warten, statt in fröhlicher Eile in den toten Winkel des Fahrzeugs zu radeln und die rote Ampel davor komplett als nicht existent zu betrachten. Das ist nervig und kostet Sekunden, die im Alltag sowieso niemand hat, aber tot sind wir noch lange genug!

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