Elend im Pukyversum

Es ist ja so,

irgendwann bekommt man Kinder, die anfangs klein und handlich und grosse Schlafräuber sind und später weniger handlich, weniger klein, dafür aber auch (manchmal) weniger schlafraubend sind. Irgendwann geht es dann los, dass sich die Eltern überlegen,wie sie dem Kind ein wenig mehr Bewegungsradius ermöglichen und meistens landet man dann irgendwann an dem Punkt, an dem das Kind Fahrrad fahren lernt. Meist ist dabei eine wohlbekannte Firma involviert, die aber hier nicht als Sündenbock für irgendwas dienen soll, denn sie kann erst einmal für nichts.

Meistens fängt es mit ein paar Laufrädern an. Irgendwann kriegt das Rad dann Pedalen. Unerklärlicherweise kriegen diese Räder auch heute noch Stützräder, obwohl Kinder die ein Laufrad beherrschen, durchaus das Gleichgewicht halten können. Nungut, die meisten Kinder kommen über diesen Rückschritt auch noch irgendwie hinweg und lernen also doch das fahren auf einem Rad mit Pedalen. Im Alter von etwa 4-6 Jahren wird es dann aber spannend, oder elendig, je nach Betrachtungswinkel. Denn nun geht es darum, nicht einfach nur „irgendwie“ zu pedalieren, sondern den Spass an der Fortbewegung zu wecken und Erfolge zu verstetigen. Dafür ist ein kindgerechtes, idealerweise „mitwachsendes“ Fahrrad natürlich ideal.

So oder so ähnlich dachte auch der bikephreak und auch seine Liebste. Kann ja nicht so schwer sein, ein Rad zu finden, dass sich nicht direkt als Spielverderber heraus stellt. So tingelten wir also zunächst frohgemut durch die Läden, auf der Suche nach einem Rad, das der Nachfolger des damaligen 16 Zoll Lernfahrrads besagter Firma werden sollte. Bezüglich des Geldes waren wir uns insofern einig, dass wir sagten: Wenn es gut ist, geht es sicher nicht um plus oder minus 100 Euro. Viel erwarteten wir nicht, etwa so wie bei Rädern für Erwachsene auch: Lichtanlage per Nabendynamo, Gepäckträger, (irgendeine) Schaltung, nicht allzu schwer in Relation zum Körpergewicht des Kindes.

Und? Ergebnis? Denkste! Es war nicht schwer, es war die Hölle auf Erden! Was klingt wie eine typische Helikopterelternübertreibung ist nichts als die wirkliche Welt und die ist ziemlich traurig. Selbst in von uns geschätzen Läden in Deutschland und anderswo blickt das Auge auf ein sich weit ausbreitendes Pukymeer und danach — nichts. Die Konsultationen mit der alten Tante Google brachten etwa dieses hervor:

Bild

Welches der Ergebnisse man auch anklickt, es gibt ein grosses Angebot das man als „me too“ oder „more of the same“  zusammenfassen könnte. Dabei ist man seitens der Hersteller obendrein bemüht möglichst deutlich unter der Hemmschwelle von 400 EUR zu bleiben, die ichweissnichtwoher kommt. Typische Antwort im Laden „Der Markt ist halt so!“ – Das heisst aber doch, dass es praktisch keine Eltern gibt, die bereit sind, ihren Kindern auch mal ein etwas teureres Rad zu gönnen, um die Freude am fahren eben nicht nur motorisiert zu konnontieren.

Wer auch nur minimal etwas anderes möchte hat nicht viel Möglichkeiten. Man muss sich selber auf die Suche machen und entweder eins dieser Räder einfach als Basis nehmen und so lange daran rumbasteln dass es irgendwie passt, oder gleich tabula rasa machen und das Glück und Schicksal selbst in die Hand nehmen. Aber wo anfangen? Was braucht das Kind? Wie wird es wachsen? Was wollen wir als Eltern?

Genau um diese Fragen geht es dann im nächsten Beitrag.

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